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Knochenbrühe – ein Wundermittel für die Erholung nach der Entbindung?

Die Traditionelle Chinesische Medizin und auch das Ayurveda empfehlen frischgebackenen Müttern, nach der Geburt im Wochenbett regelmäßig Knochenbrühe zu sich zu nehmen. Ich habe die wundervolle Jasna Lazovic, Therapeutin für Chinesische Medizin und Heilpraktikerin, getroffen und mit ihr über diese besondere Brühe gesprochen. Jasna erklärt, was in der Knochenbrühe steckt, wie man sie zubereitet, welche vegetarischen Alternativen es gibt und was im Wochenbett noch wichtig ist.

Jasna, warum ist die Knochenbrühe ein solch unterstützendes Lebensmittel für frischgebackene Mamas?

Eine Schwangerschaft und Geburt stellen enorme Herausforderungen für den weiblichen Körper dar. Dabei verliert eine Frau unweigerlich Substanz und Blut, was durch das Stillen noch verstärkt wird, da Muttermilch in der Chinesischen Medizin als Teil des Blutes angesehen wird. Viele Mütter kennen Symptome wie Vergesslichkeit, Haarausfall, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung und Rückenschmerzen. Um diesen Substanz- und Blutmangel auszugleichen, können Akupunktur und eine gezielte Ernährung helfen. Knochenmark ist besonders reich an Substanz, was Knochenbrühe zu einer hervorragenden Wahl macht. Ähnlich unterstützend wirken auch andere nährstoffreiche Lebensmittel wie Eier, Sprossen und Keime.

Wie lange und wie viel sollte eine junge Mama diese Knochenbrühe einnehmen?

Das kann man pauschal gar nicht sagen und muss immer individuell betrachtet werden (so wie alles in der Chinesischen Medizin). Je nachdem wie ausgeprägt der Substanz Mangel ist und ob die Mama stillt oder nicht. Man kann aber sagen, dass es auf jeden Fall einige Wochen dauern wird, diesen Mangel wieder auszugleichen. Meinen Patientinnen empfehle ich in der Regel die ersten zwei Monate täglich 1-2 Tassen dieser Brühe zu trinken.

Wie bereitet man die Knochenbrühe zu? Was gibt es zu beachten?

Das ist eigentlich ganz einfach und unterscheidet sich nicht großartig von einer anderen Gemüse- oder Hühnerbrühe. Man benötigt Bio-Rinderknochen aus der Metzgerei, Gemüse (Sellerie, Karotten, Lauch, etc.), Zwiebeln, frische Kräuter und optional Gewürze (Nelken, Lorbeerblätter, Pfefferkörner), Apfelessig, Wasser.

Für die, die es eilig haben: Gib alle Zutaten in einen Topf und gieße es mit Wasser auf. Lass die Suppe so lange wie möglich vor sich hin köcheln (mind. 5 Stunden).

Für die, die es ganz traditionell zubereiten möchten:

  1. Knochen für 20 Minuten bei 250°C im Ofen anrösten, dann sind sie schön braun und entwickeln ein kräftiges Röstaroma.
  2. Mit kaltem Wasser und Essig auf niedriger Stufe langsam erhitzen (bis unter dem Siedepunkt – die Brühe darf niemals richtig kochen!). Durch die Essigsäure werden die Nährstoffe aus den Knochen gelöst.
  3. Dann 24 Stunden auf niedriger Stufe köcheln lassen. Dabei wird das Wasser reduziert. (gerne auch einen Slow Cooker verwenden).
  4. Das Gemüse erst ca. 2 Stunden vor Ende der Kochzeit in den Topf geben, sonst entsteht ein bitterer Geschmack.
  5. Die Kräuter erst 5 Minuten vor Ende hinzugeben.
  6. Damit eine klare Brühe übrig bleibt, kannst du die fertige Knochenbrühe jetzt noch durch ein Sieb gießen.
  7. Erst jetzt solltest du die frische Brühe salzen. Aufgrund des Osmose-Prinzipes würden die Nährstoffe sich sonst nicht aus den Knochen lösen.

Die Knochenbrühe hält sich ca. eine Woche im Kühlschrank und kann portionsweise abgeschöpft werden.

Auf welche Alternative können vegetarische Mamas zurückgreifen?

Es gibt viele Substanz und Blut aufbauende Lebensmittel, die alternativ oder zusätzlich verwendet werden können. Das sind zum Beispiel alle schwarzen Lebensmittel (schwarze Bohnen, schwarzer Sesam, schwarze Walnüsse, etc.), Samen, Sprossen, Nüsse, Bohnen, Hülsenfrüchte. Außerdem bin ich bin ein großer Fan von Congee – ein Reisbrei, der in China zum Frühstück, Mittag- und/oder Abendessen gegessen wird und deftig oder süß sein kann. Man kocht Rundkornreis mit Wasser (7x Reismenge) und lässt ihn auf kleinster Stufe ca. zwei Stunden köcheln, bis er eine sämige Konsistenz hat. Zum Frühstück kann er dann mit Nüssen, gekochtem Obst, Leinsamen, Zimt, Sesam etc. verfeinert werden. Auch sehr Substanz stärkend, nährend und harmonisierend.

Gibt es sonst noch etwas, was du einer frischgebackenen Mama mitgeben magst?

Verständlicherweise liegt der Fokus einer frischgebackenen Mama erst mal zu hundert Prozent auf dem kleinen Minimensch, der ihr Leben erst mal so völlig auf den Kopf stellt. Und gleichzeitig ist es so so wichtig, dass sie sich dabei selbst nicht ganz vergisst. Denn nur, wenn die Mama auch gut für sich selbst sorgt, kann sie gleichermaßen gut für ihr Baby sorgen. Praktisch heißt das: Viel Ruhe und körperliche Erholung – eine Geburt ist körperliche Schwerstarbeit und ein unglaublich auszehrender Kraftakt. Der Schlaf – hier regeneriert sich der Körper am besten und gleichzeitig kommt er mit Baby natürlich meist zu kurz. Am besten versuchen, wann immer möglich, sich auch gleich selbst hinzulegen, wenn das Baby schläft und die Zeit hier nutzen. Auch Entspannungsübungen wie Qi Gong, Yoga oder Meditation sind nachweislich hilfreich, um den Energiehaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ich habe viele frischgebackene Mamas in meiner Praxis, die ich mit Akupunktur, Moxibustion oder Kräutertherapie in ihrem Prozess vor, während und nach der Schwangerschaft unterstütze – das kann ich natürlich auch jeder jungen Mama empfehlen, sich eine*n Therapeut*in für Chinesische Medizin zu suchen die*der sie hier begleitet.

Jasna arbeitet als Therapeutin für Chinesische Medizin in ihrer eigenen Praxis in Kempten. Du findest mehr Informationen zur ihrer Arbeit auf ihrer website und auf instagram.

Neben der Ernährung kannst du deinen Körper auch mit kleinen Übungen auf der Matte und im Alltag unterstützen. In meinen Restore Your Roots Kursen zur Rückbildung Online oder vor Ort begleite ich dich mit Beckenbodentraining und Yoga auf dem Weg zu einer gesunden Körpermitte. Mehr zu meinen Kursen findest du hier: Restore Your Roots

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